Leserbrief

Bettelverbot und die guten Werke der Samariter

Betteln ist nicht gleich Betteln: Die einen Bettler geben uns Gelegenheit für eine gute Tat der Barmherzigkeit des Samariters, der dem hilft, der unter die Räuber gefallen ist und an dem gute Menschen vorübergehen, die anderen bedrängen uns, sodass wir uns von ihnen durch die eingeforderte Gabe loskaufen, um unsere Ruhe zu haben, von ihnen nicht mehr bedrängt zu werden.
Diese Art von Betteln ist ein Erwerbszweig wie jeder andere, in dem um Marktanteile gekämpft und versucht wird, die Konkurrenz vom Markt zu verdrängen. Da muss es zu Missverständnissen vor allem bei denen kommen, die es sich nicht nehmen lassen wollen, weiterhin Samariter zu sein und frustriert sind, wenn sie selbst dabei unter die Räuber fallen wie die Franziskaner in Salzburg.
Mit einem generellen Bettelverbot wird das Kind mit dem Bad ausgeschüttet: Weder kann denen geholfen werden, die unter die Räuber gefallen sind, noch ist zu verhindern, dass die Samariter selbst unter die Räuber fallen. Es muss auch den Samaritern klar sein, dass sie ihre guten Werke nur dann verrichten können, wenn sie diejenigen, die ihrer Hilfe bedürfen, von denen unterscheiden, die sich sehr gut selbst helfen können und solche zurückweisen, das umfasst vor allem die Ausübung des Hausrechts zur Sicherung des Hausfriedens zum Schutz der wirklich Hilfsbedürftigen.


Dr. Franz Perschl, 3506 Krems-Thallern

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