Leserbrief

Biotopschutzgruppe Pinzgau, nachhaltige Pionierarbeit?

Eine Naturkatastrophe unmittelbar vor Augen, ein ganzer Ortsteil wurde verwüstet und vermurt, bringt mich zum Nachdenken. Auch wenn einige sagen, das hat es schon immer gegeben! Aber auch in dem Ausmaß? Plastik, Pestizide, Billigflieger, Bodenverdichtung, Ausbeutung und Zerstörung unserer Natur, verbunden mit Bausünden und dem "nicht mehr genug kriegen" in allen Bereichen zeigen Wirkung und enden in einem Wort "Klimawandel". Wir Menschen reden zwar darüber, handeln aber nicht wirklich.
Die Mitglieder der Biotopschutzgruppe Pinzgau haben das bereits vor drei Jahrzehnten erkannt und schon damals Gegenmaßnahmen aufgezeigt. Immer wieder wurde auf die Wichtigkeit der Natur hingewiesen, auf Schützenswertes aufmerksam gemacht, selbst Hand angelegt und Biotope sowie Wanderwege errichtet und Ausgleichsmaßnahmen geschaffen. Dafür wurden sie oft genug mitleidig belächelt, als Spinner und Träumer hingestellt und das eine oder andere Mal sogar beschimpft.
Sie haben durchgehalten. Heute, 30 Jahre später, im Zeitalter der Schülerstreiks kann man sagen, sie waren Pioniere für Natur- und Landschaftsschutz. Sie haben aufgezeigt, dass es nur ein Miteinander geben kann, wollen wir nicht verlieren, denn die Natur braucht uns Menschen nicht, wir die Natur aber sehr wohl. Es braucht Menschen mit Visionen, es braucht Vorkämpfer mit Durchhaltevermögen, herzliche Gratulation zum 30-Jahr-Bestandsjubiläum. Ist es nicht ein Siegeszug? Was durch eine kleine ehrenamtlich tätige Pinzgauer Gruppe - der die Natur ein besonderes Anliegen war - mit regionalen Projekten begonnen hat, findet heute weltweit unter dem Begriff Fridays for Future Fortsetzung. Bitte vor den Vorhang!

Renate Ratzenböck, 5723 Uttendorf

Aufgerufen am 23.10.2020 um 05:27 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/biotopschutzgruppe-pinzgau-nachhaltige-pionierarbeit-74135203

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