Leserbrief

Bodenverschwendung entgegen wirken!

Ökonom Univ. Prof. Dr. Jakob Kapeller kritisiert die Kostenverteilung der Bodenversiegelung. Er führt an, dass künftige Kosten von der Allgemeinheit kollektiv getragen werden müssen und regt an, stärkere Anreize über die Raumordnung zu geben, um weniger Fläche zu versiegeln.
Nur den (volks-)wirtschaftlichen Aspekt für unser Handeln gelten zu lassen ist zu kurz gegriffen. Grund und Boden ist nicht vermehrbar! Es bedarf einer ganzheitlichen Betrachtung. Es ist unvernünftig und widersinnig, wenn Gemeinden bezüglich Betriebsansiedelungen sich mit großzügigen Angeboten und Zusagen konkurrenzieren. Sie verscherbeln Grund und Boden ohne Rücksicht auf die Umwelt und damit der künftigen Lebensgrundlage unserer Nachkommen.
Beispiele gefällig? Bad Schallerbach, welche Freude für Autofahrer, der Thermenparkplatz riesengroß,… fruchtbares Ackerland fest versiegelt. Am Rande jeder Gemeinde tolle Großmärkte, einer nach dem anderen - jeder mit riesengroßen asphaltierten Parkflächen. Ganz aktuell in der Gemeinde des Ökonoms Dr. Jakob Kapeller, in Dietach eine neue Hoferfiliale mit 184 Parkplätzen. Ein weiterer Großmarkt, nachdem sich an den Gemeindegrenzen Steyr-Dietach ein Handelsbetrieb nach dem anderen reiht.
Geschätzte Politiker, Sie sind dringend aufgefordert zu handeln! Hier bedarf es strikter Vorgaben: Den Gemeinden zu überlassen was wie erlaubt sein soll ist wohl der falsche Weg. Eine gesetzliche Regelung dürfte solche Ansiedelungen nur erlauben, wenn Parkplätze als Tiefgaragen oder auf darüber liegenden Etagen für Kunden (kostenlos) zur Verfügung stehen. Darüber liegende Geschoße sollen als Wohnungen oder Büroräume geschaffen und dadurch der Bodenverschwendung entgegen wirken.


Norbert Hüttel, 4400 St. Ulrich bei Steyr

Aufgerufen am 22.05.2022 um 02:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/bodenverschwendung-entgegen-wirken-71306152

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