Leserbrief

"Böse Milliardäre"?

Zum Leitartikel "Halten böse Milliardäre die halbe Welt in Armut?" in den SN vom 22. 1. 19: Natürlich sind Milliardäre nicht böser und schon gar nicht sind sie glücklicher als andere.
Wenn Hr. Wiens allerdings schreibt, niemand sei weniger arm, wenn andere weniger reich sind, so ist dies unrichtig. Denn das Vermögen der einen, sind die Schulden der anderen und umgekehrt.
Den im Artikel unterstellten Segen der großen Konzerne, deren Gründer oder Teilhaber die erwähnten Milliardäre sind, möchte ich zumindest in Frage stellen. Diese großen Konzerne zahlen in der Regel wenig bis keine Steuern. Hier wäre die Politik gefordert. Doch die von Hr. Wiens erwähnten, sich selbst bereichernden Politiker, werden von den Vertretern der so segensreichen Konzerne gut bedient. So bleiben die Armen (und auch die Umwelt) weiter auf der Strecke. Die PR-wirksamen Wohltaten mögen da und dort helfen, dienen allerdings mehr der Imagepflege. Würden angemessene Steuern bezahlt und auch die Beschäftigten gerecht entlohnt, wäre manches Hilfsprojekt nicht notwendig und die Bevölkerung in den wirtschaftlich unterentwickelten Ländern nicht auf derlei Almosen angewiesen.
Auch Konzerne sind naturgemäß nicht böse. Wie überall gibt es solche und solche. Nur gut, dass wir zu den Guten gehören und als Konsumenten das nicht unterstützen.


Andreas Haunold, 5303 Thalgau

Aufgerufen am 30.11.2020 um 03:14 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/boese-milliardaere-64624201

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