Leserbrief

Bombenstimmung in Mauterndorf

Es ist der Neujahrstag, 22 Uhr abends, als ein idyllischer Familienabend jäh unterbrochen wird. Erste Knalllaute ertönen, die Katze beginnt panisch in der Wohnung herumzuirren. Es folgt ein fünfzehnminütiges Feuerwerk, mit einer Intensität, dass die Fenster klirren. Ohrensausen (das klingt erst wieder nach Stunden ab), verursacht durch eine Detonation einer Rakete, lässt mich wieder vom Balkon schnell in die Wohnung flüchten. Am nächsten Tag offenbart sich im Garten und auf der Straße ein Bild der Verwüstung. Papier-, Plastik- und Raketenteile liegen überall verstreut. Bauern berichten über tumultartige Zustände in ihren Ställen, beklagen, auf die Knallerei zu Silvester vorbereitet zu sein, aber nicht auf ein Bombenfeuerwerk nachts am ersten Jänner. Es ist nur zu hoffen, dass sich keine Tiere in ihrer Notsituation verletzt haben. Da würde ich mir wünschen, dass Dummheit wehtun würde. Für all jene, die ein solches Intermezzo veranstalten und genehmigen, und all jene, die noch immer nicht begriffen haben, dass es zu Zeiten wie diesen auf gegenseitiges Rücksichtnehmen, Empathie (für alle Lebewesen) und auf die Schonung unserer Erde ankommt.

Bernhard Thomaser, 5570 Mauterndorf

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