Leserbrief

"Brexin" statt Brexit

Eine Lehrerin in England, eine Freundin, möchte gerne im Sommer mit einigen Schülern ein Betriebspraktikum in Österreich machen. Eine Mutter in Österreich hätte eine tolle Schule für ihre Tochter in England gefunden, beides nicht möglich, das Schüleraustauschprogramm ist aufgrund es Brexit auf Eis gelegt. Zwei kleine Situationen, unzählige große Probleme und Herausforderungen gibt es in wirtschaftlicher, touristischer, sozialer… Hinsicht aufgrund der verfahrenen Situation der Brexit Verhandlungen, die nach mehr als 2 Jahren in eine hoffnungslose Sackgasse gekommen sind. Vielleicht musste es so kommen. Vielleicht muss man endlich erkennen, dass die Länder Europas mittlerweile so miteinander verwoben sind, dass es keine sinnvolle Trennung gibt, denn Trennungen sind meist sinnlos und schmerzhaft. Wer übernimmt wirklich die Verantwortung? Vielleicht müsste man erkennen, dass die Zukunft in einem Miteinander liegt, um die großen Themen unserer Zeit gemeinsam lösen zu können. Welche Größe wäre es, wenn die EU jetzt das Gegenteil täte, was man erwartet? Statt die Fronten noch mehr zu verhärten, sollte sie auf die Engländer zugehen, ihnen die realen positiven Verhältnisse klar darlegen, die ein Verbleib in der EU bedeuteten würde. Welche Größe wäre es, jetzt über einen "Brexin" zu sprechen, mit allen positiven Entwicklungsmöglichkeiten für England und für die EU? Welche wirkliche Größe wäre es, wenn die Politiker im schönen, gequälten England und in der Europäischen Union diese Chance für ihre gemeinsame Zukunft nutzten? Es hat sich gerade durch den Brexit ein einmaliges Fenster geöffnet, Menschen sind viel mehr an der Europäischen Union interessiert, wollen mehr erfahren. Gerade im Vorfeld der EU-Wahl ist dies sehr wertvoll. Es ist hoch an der Zeit, dieses Fenster zu nutzen und den Menschen Europas in einem klaren Überblick zu erklären, warum es eine starke Europäische Union braucht, die auch für den einzelnen Menschen einen Sinn macht.

"Der Brexit ist ein großer Schlamassel!" hat meine Freundin aus England gesagt und sie hat Recht. Bemühen wir uns doch alle gemeinsam um einen "Brexin", damit wir uns wieder um die großen Themen kümmern können, und damit die Lehrerin mit ihren Schülern Österreich besuchen kann und die Mutter ihre Tochter auf die englische Schule schicken kann.


Mag.(FH) Eva Weissenbacher, Vorsitzende Kunsthilfe Salzburg, 5020 Salzburg

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