Leserbrief

Briefporto-Erhöhung am 1. April 2020

Zugegeben, es gibt Wichtigeres "in Zeiten wie diesen" - aber ganz unkommentiert sollte man die Portoerhöhung am 1. April, die vierte in neun Jahren, nicht zur Kenntnis nehmen. Mit dem Hinweis auf den Rückgang des Briefversands und die "Allgemeine Indexerhöhung" (die war von März 2011 bis März 2020: 16,3%) rechtfertigt Post-AG-Generaldirektor Pölzl eine Erhöhung von 37% in diesen neun Jahren! Welchem anderen Unternehmen gelingt sowas?

Logischerweise muss zu jeder Portoerhöhung auch eine neue Freimarkenserie gedruckt werden - es waren aber in diesen neun Jahren sieben Dauerserien mit jeweils sieben bis 16 Marken - mit dem Effekt, dass die Briefmarkensammler, diese aussterbende Spezies, bis zur Erschöpfung "gemolken" werden. Da die meisten Werte nur im 4er-Set verkauft werden, musste ich für die komplette Dauerserie 2017 (Wappenserie) ganze 74,13 Euro hinblättern!

Überhaupt ist die Ausgabepolitik der Post AG aufs "Melken" eingestellt: was soll beispielsweise eine Sondermarke "Salzburger Festspiele" mit dem Nennwert 2,70 Euro das ist das Porto für einen schweren Brief nach Österreich. Vernünftig und werbewirksam wären etwa zwei Marken zu einem Euro und 1,80 Euro, mit denen die vielen internationalen Festspielgäste ihre Postkarten frankieren hätten können . . . womit wir wieder bei einem wichtigeren Thema angelangt sind. Mein Briefmarken-Abonnement habe ich jedenfalls heute gekündigt.


Dkfm. Peter Griesser, 5710 Kaprun

Aufgerufen am 05.12.2020 um 12:41 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/briefporto-erhoehung-am-1-april-2020-87415537

Schlagzeilen