Leserbrief

Brücken bauen statt Gräben vertiefen

Egal ob es um Corona geht, die Wahl in den USA, die Klimadebatte oder Diskussionen um flüchtende Menschen: Die Spaltungstendenzen in der Gesellschaft nehmen seit Jahren zu, die Abwertungen gegenüber Andersdenkenden werden aggressiver. Eine Einteilung in richtig und falsch, in gut und böse ist vordergründig einfach, birgt aber gesellschaftlichen Sprengstoff. Demokratie braucht Menschen, die einen Standpunkt vertreten können, aber auch andere Meinungen zulassen. Widersprüche und Unterschiede gelten zu lassen, Mehrdeutigkeiten auszuhalten, eigene Vorurteile zu erkennen, sich Neuem und Fremden nicht zu verschließen, sind Zeichen von psychischer Gesundheit. Spaltungen hingegen ein Zeichen von Krankheit. Demokratie findet nicht nur im Parlament statt, sie beginnt jeden Tag vor der eigenen Haustür.


Mag. Maria Embacher, 5020 Salzburg

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