Leserbrief

Carsharing statt Garagenausbau

Es wundert mich, dass in der Stadtpolitik, wo Bürgermeister und Vizebürgermeister zur Autobranche beste Kontakte haben, nicht Politik für "fahrende" Autos gemacht wird, sondern Geld für "stehende" Autos ausgegeben wird. Das Carsharing-Modell, das in den großen Städten bereits bestens funktioniert, ist auch für Salzburg ein hervorragendes Modell.

Dass die Mönchsberggarage ausgebaut werden soll und somit weitere Autos Richtung Stadtmitte unterwegs sind, ist für mich und für viele andere Verkehrsteilnehmer schlichtweg eine Katastrophe. Aus moralischer Sicht (hohe Kosten für stehende Autos, teurer Garagenausbau anstatt Wohnbau-Förderungen), aus umweltpolitischer Sicht, aus gesundheitspolitischer Sicht (Luftverschlechterung) usw. Einsatzfahrzeuge kommen oft viel zu spät, vor allem Feuerwehr und Rettung, weil mehr Autos auf den Straßen Staus verursachen.

Potentielle Konsumenten werden ihre Einkäufe nicht in der Altstadt erledigen. Gerade in Zeiten, in denen der Tourismus viele Menschen ins Zentrum lockt, ist der Stau in der Altstadt enorm, besonders in den Stoßzeiten vor Weihnachten oder in der Festspielzeit werden die Einkäufe der Salzburger in den Einkaufszentren getätigt, wo das Parken gratis und der Weg vom Geschäft zur Garage kurz ist - und bei schlechten Wetterverhältnissen im Trockenen möglich ist.

Mag. Gabriele Pauß, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 23.09.2020 um 12:36 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/carsharing-statt-garagenausbau-79893364

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