Leserbrief

Corona und Entschleunigung

"Das Leben wird sich grundlegend ändern!", meinte Minister Rudolf Anschober Anfang März. Wir alle dachten dabei u. a. an Entschleunigung (wir müssen raus aus dem Hamsterrad der Produktivität! Raus aus dem Terminmarathon hin zur Selbstbesinnung und zur Regionalität etc.) und Corona als Chance für die Gesellschaft, Altes aufbrechen und den Blickwinkel ändern.

Die Praxis schaut derzeit aber anders aus. Ein Beispiel, Verkehr:

Zwischen Seeham und Obertrum am See gibt es drei 50er Zonen: Ortsgebiete Matzing, Seeleiten und Staffl, ansonsten gilt Tempo 80. Hält man die Geschwindigkeitsbegrenzungen als Autofahrer ein - was eigentlich eh klar sein sollte -, wird man von nachkommenden Autofahrern oft bedrängt und überholt. Spätestens beim Obertrumer Kreisverkehr schließt man wieder auf den/die Raser auf. Der Ruf nach mehr Kontrolle durch die Polizei ist paradox, denn diese kann nicht rund um die Uhr überwachen. Übrigens gewinnt man den Eindruck, dass inzwischen mehr Menschen mit dem Auto fahren als im März. Daher die Frage: Haben wir aus der "Corona-Zeit" nichts gelernt?

Tatsache ist, dass man viel mehr Radfahrer sieht. So wie hier am Radweg um den Obertrumersee vor dem Matzingerbrunnen, der Labestation am Via-Nova-Radweg.


Hans Ziller, 5164 Seeham

Aufgerufen am 04.12.2020 um 04:01 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/corona-und-entschleunigung-92598973

Kommentare

Schlagzeilen