Leserbrief

Dank an (fast) alle - und was kommt danach

Es ist Coronakrise, unsere Regierung hat entschlossen und klar reagiert, wir Menschen halten uns sehr diszipliniert an die Restriktionen und die Maßnahmen zeigen Wirkung. Zum Wohl aller.
Es arbeiten Pflegekräfte, Ärzte, Rotes Kreuz, Supermarktkassierer/-innen, Altenpflegerinnen bis zum Anschlag und unter Risiko ihres eigenen Lebens - zum Wohl aller.
Die meisten davon, schlecht bezahlt und bis zum Ausbruch dieser Pandemie auch sonst nicht sehr geachtet.
Dann all die anderen Angestellten, die im Homeoffice und in ihren Familien versuchen, den Alltag aufrechtzuerhalten - zum Wohl aller.
Dann all die Verlierer dieser Krise, Selbstständige, Künstler, Gewerbetreibende, KMU, die von einem Tag auf den anderen ihre Aktivitäten einstellen mussten, zu Recht befürchten, vor den Ruinen ihrer Existenz zu stehen, dies aber mittragen, zum Wohl aller.
All diese finanzieren unseren Staat, unser Gesundheitssystem mit ihren Steuern - zum Wohl aller.
Dann gibt es noch die Hauptgewinner von 30 Jahren Raubtierkapitalismus: Manager von Großbanken, Börsenspekulanten, Großerben, internationale Konzerne, die ihre Erträge in Steuerparadiesen parken, die die Existenzen derer zerstören, die Steuern zahlen. Weltweite IT-Kraken, unverzichtbar und unersättlich, die nach wie vor Milliarden in die eigenen Taschen scheffeln, so gut wie keine Steuern zahlen - auf Kosten all der anderen. Nur dem eigenen Wohl und Profit verpflichtet.
Welcher Politiker wird nach der Krise den Mut haben, die Reichsten und Gierigsten dieser Welt an den billionenschweren Aufräumarbeiten zu beteiligen, die auf uns zukommen?
Wo werden Vermögenssteuer, Finanztransaktionssteuer, Steuer auf Umweltzerstörung usw. bleiben?

D.I., Dr. med. Hans Finder, prakt. Arzt, Psychotherapeut, 5023 Salzburg

Aufgerufen am 25.11.2020 um 05:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/dank-an-fast-alle-und-was-kommt-danach-86181853

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