Leserbrief

Danke für spontane Hilfe

Am Dienstag, dem 2. April, wurde ich vom Rehazentrum Großgmain nach erfolgreicher vierwöchiger Reha entlassen, um mit dem Samariterbund (ich bin MS-Patientin und im Rollstuhl) heim nach Linz zu fahren. Alles wurde ordnungsgemäß verstaut, der Rollstuhl fest vertäut - nur der Bauchgurt bzw. mein persönlicher Gurt ließ sich trotz oftmaliger Versuche nicht anlegen. Nach Kontaktaufnahme mit der Einsatzleitung war daher ein Tausch des Fahrzeugs notwendig geworden. In ein paar Kilometern sei die Dienststelle.
Also fuhren wir los, wobei es unglücklicherweise nach den ersten Kilometern zu einer Vollbremsung kam, um einen größeren Unfall zu verhindern. Dabei hielt der Rollstuhl ohne Probleme, mich selbst schleuderte es heraus nach vorn gegen den Sitz der Vorderbank. Ich landete eingeklemmt zwischen diesem und Rollstuhl auf den Schnallen, ganz verdreht, und konnte mir natürlich selbst nicht helfen. Die Rettung wurde sofort verständigt - ich glaubte, es nicht aushalten zu können. Versuche meines Helfers, mich zu bergen, waren allein zum Scheitern verurteilt. Da stiegen zwei junge Männer zu, die wahrscheinlich die Szene beobachtet hatten, und packten nach genauer Befragung beherzt und zielgerichtet an. Sie konnten mich aus dieser Notlage schnell, aber mit Bedacht befreien - und da war auch schon die Rettung da, um meine Misere endgültig zu beenden.
Vier Engel - und bei zweien konnte ich mich nicht mehr bedanken und verabschieden. Das möchte ich jetzt nachholen. Danke! Toll.

Dr. Gabriele Hießberger, 4020 Linz

Aufgerufen am 30.10.2020 um 09:21 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/danke-fuer-spontane-hilfe-68542792

Schlagzeilen