Leserbrief

Dankes-Mail sind ein Klimakiller

Zu "Dankes-Mails sind ein Klimakiller" (SN vom 4. 12.):

Die Wirtschaftsseite 13 der Salzburger Nachrichten vom 4. 12. 2019 zeigt in zwei Beiträgen auf, wohin die Reise Schritt für Schritt geht: Man ignoriert bzw. vergisst zunehmend darauf, was es bedeutet, Mensch zu sein und was es dazu braucht.

Es ist hochinteressant, dass man erstmals im Zusammenhang mit Dankes-Mails über die Umweltschädlichkeit von E-Mails liest. Man kann wohl davon ausgehen, dass bei ungefragten Werbemails etc. ein wesentlich höherer Einsparungseffekt erzielt werden könnte.

Wer Dank als sinnlos bezeichnet, zeigt, dass ihm offenbar der Zugang zu dem, was das Menschsein mit ausmacht, zumindest partiell verstellt ist. E-Mail-Verkehr bleibt als Kommunikation eine Form der Beziehung, auch wenn das Gegenüber nicht unmittelbar sichtbar und spürbar ist.

"Danke" sagt unter anderem aus: Ich sehe den Aufwand, den du mit der Nachricht hattest, du hast mich damit berücksichtigt, …

Natürlich kann man den Absender auch nur als Zulieferer sehen, der mit der Sendung der Nachricht seine Schuldigkeit getan hat. Aber das macht etwas mit uns … und das wirkt sich letztlich auch auf unsere "Face to Face Beziehungen", auf unsere Gesellschaft aus. Wollen wir das?

Jeder Einzelne von uns hat es im Kleinen in der Hand, wie menschlich unsere Welt ist und wird. Auch das gehört zur Umwelt des Menschen, die geschützt werden muss! Wenn eine Technologie so schädlich ist, dass sie den Dank nicht mehr zulässt. Dann sollte die Technologie hinterfragt werden, nicht der Dank!


Gudrun Luger, 1220 Wien

Aufgerufen am 22.01.2021 um 10:18 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/dankes-mail-sind-ein-klimakiller-80242168

Kommentare

Schlagzeilen