Leserbrief

Das beste aus vier Welten bleibt uns erspart

In der Ausgabe der SN vom 13. 10. 2021 (Titelseite) kritisiert Fr. Zimmermann die Grünen und auch die SPÖ, weil diese notfalls mit der Kickl-FPÖ eine Regierung gebildet hätten.
Ich finde es bemerkenswert, wie da fast inhaltsgleich die "Erzählung" der ÖVP (z.B. Interview Ministerin Köstinger) übernommen wird, die von einer Regierungsbeteiligung der FPÖ eindringlich gewarnt hat.
Dabei war die FPÖ vor nicht einmal zweieinhalb Jahren wohl gelittener Regierungspartner der ÖVP.
Die schwierige Situation der kurzzeitigen Regierungskrise ist einzig und allein Sebastian Kurz zuzuschreiben. Er hat quasi seine ganze Regierung in Geiselhaft genommen und seine Person über alle anderen Interessen und das Wohl des Landes gestellt.
Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren ist er für das Scheitern einer Regierung verantwortlich.
Da finde ich es komplett unangebracht, jetzt die Opposition und speziell die SPÖ anzugreifen, wenn sich diese auf eine Vierparteien-Regierung geeinigt hätte.
Wenn sich die ÖVP durch Hrn. Kurz quasi selbst aus dem Spiel nimmt, war das die einzig möglich verbliebene Regierungskoalition.
Viel wichtiger als die Opposition anzugreifen wäre es, die moralischen und menschlichen Abgründe dieser Chats zwischen Hrn. Kurz und seinen Freunden aufzuzeigen, die der Grund für die kurze Regierungskrise waren.


Rudolf Litofcenko LLM. oec, 5071 Wals

Aufgerufen am 23.10.2021 um 08:23 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/das-beste-aus-vier-welten-bleibt-uns-erspart-110876845

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