Leserbrief

Das chinesische System

Vorsicht ist bei einer allzu großen Begeisterung gegenüber der chinesischen Politik geboten. In China wird gerade die Überwachung des Volkes auf die Spitze getrieben. Die chinesische Regierung plant ein Punktesystem für seine Bürger einzuführen. Dieses Punktesystem sieht vor, dass jeder Chinese für sein Verhalten belohnt oder bestraft wird. Geht man etwa bei Rot über die Ampel, kommt es zu einem Punkteabzug. Denunziert man seinen Nachbarn, weil er falsch geparkt hat,
gibt es Bonuspunkte. Dieses System wird dazu führen, dass Bürger, die eine Menge Minuspunkte gesammelt haben, vom Staat bestraft werden. Sie müssen dann etwa mehr Steuern zahlen oder dürfen keine Flugtickets kaufen. Der Phantasie des Staates ist dabei keine Grenzen gesetzt. China ist nach wie vor eine kommunistische Diktatur, die Dissidenten einsperrt, spirituelle Gruppen wie Falun Gong verfolgt und Tibet besetzt. Viele in Europa scheinen damit keine Probleme zu haben, sondern gehen wie besessen auf den US-Präsidenten los, der zwar kein Heiliger ist, aber seine Gegner nicht foltern lässt. Wirtschaftliche Gründe sind ja oft wichtiger als die "Menschenrechte" (siehe Saudi-Arabien).
China entwickelt sich durch das Punktesystem zu einem Staat ganz im Sinne
von George Orwells 1984. Möge uns diese schlimmste Form der Überwachung in Europa erspart bleiben.

Mag. Klaus Goldmann, Gallneukirchen

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