Leserbrief

Das ist der Dank dafür

Zum Beitrag in den SN am 31. März 2020, Lokalteil Seite 4, Anzeige gegen infizierten Arzt: Staatsanwaltschaft ermittelt (von Andreas Widmayr)

Ich beziehe mich auf den Artikel im Lokalteil der SN vom 31. 3. von Andreas Widmayr. in dem darüber berichtet wird, dass die Staatsanwaltschaft gegen den infizierten Arzt am LKH Salzburg wegen fahrlässiger Gemeingefährdung ermittelt:
Die Nachricht über die Anzeige gegen den infizierten Anästhesisten am LKH Salzburg hat mir zu denken gegeben. Wie so oft werden schnell Schuldzuweisungen getätigt und zwar dort wo sie, meiner Meinung nach, nichts verloren haben. Ein Arzt versieht seinen Dienst nach bestem Wissen und plötzlich ist alles anders. Nicht weil er mutwillig verletzen wollte, sondern weil ein Virus alles auf den Kopf stellt. Wie sollen unsere Ärzte nun reagieren. Muss jeder Arzt nun Angst haben angezeigt zu werden, falls er, zum Beispiel in seiner Ordination, angesteckt wird, es aber erst später bemerkt und dann womöglich andere Patienten angesteckt hat. Ist das der Dank für unzählige Überstunden, für Arbeit in Krisenzonen, wie z. Bsp. im Pongau, für ständige Bereitschaft UNS zu helfen? Ich möchte mich hier ganz klar positionieren, mich bei allen die in der Situation für uns da sind bedanken und meinen Unmut über die Vorgangsweise der Behörden zu Papier bringen. Im Nachhinein ist es halt immer leicht klug zu sein. Und Aufarbeiten, Auslöser ausfindig machen, für die Zukunft Verbesserungen finden - dafür ist nachher Zeit genug.


Ingrid Candio, 5301 Eugendorf

Aufgerufen am 01.12.2020 um 10:24 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/das-ist-der-dank-dafuer-85895599

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