Leserbrief

Das Recht verwirkt, sich Umweltschützer zu nennen

Das Recht verwirkt, sich Umweltschützer zu nennen. Dieser Gedanke kam mir, als ich am vergangenen Samstag das Interview mit dem Landeshauptmann gelesen habe. Obwohl ich ihn eigentlich für einen besonnenen Politiker halte - dessen Parteifarbe ich zwar nicht teile -, war ich entsetzt über sein Bedauern, dass der Linienflug von Salzburg nach Wien eingestellt wurde, und dass er sich dessen Rückkehr wünscht! Alle Argumente sprechen gegen eine solche Flugverbindung: Mit der Bahn reist man stündlich umweltfreundlich in die Hauptstadt und ist letztlich genauso schnell am Ziel! Das Argument mit den Arbeitsplätzen ist ein derartig alter Hut, dass man wohl drauf verzichten sollte, wenn es um weitsichtige Entscheidungen geht. Sonst müssten in Deutschland alle AKW weiter betrieben werden, weiter Kohle aus dem Berg geschaufelt und verbrannt werden und bei uns weiter Autos mit Verbrennungsmotoren gefahren werden. Herr Landeshauptmann, denken Sie an die Gesundheit und die Umwelt unserer Nachfolgegenerationen und versuchen Sie bitte nicht, kurzfristig politisches Kleingeld bei den Menschen zu machen, denen der persönliche Komfort mehr bedeutet als das Allgemeinwohl. Ich bin jedenfalls so wie viele andere froh, dass die Tendenz besteht, in ganz Europa Kurzstreckenflüge, oft zu unanständig niedrigen Preisen, zu verbieten! PS: Am Tag vor dem Erscheinen des Interviews war Welterschöpfungstag - der Tag, an dem alle Ressourcen verbraucht sind, die eigentlich für ein nachhaltige Leben ein ganzes Jahr reichen müssten!

Barbara Plätzer-Neumann, 5300 Hallwang

Aufgerufen am 04.12.2020 um 09:48 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/das-recht-verwirkt-sich-umweltschuetzer-zu-nennen-92033140

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