Leserbrief

Dauerbaustelle in Henndorf-Hankham

Gäbe es im Land Salzburg einen Contest bezüglich langsamster und ineffektivster Baustelle im höherrangigen Straßennetz, lägen die im Schneckentempo vorankriechenden Arbeiten an ein paar Hundert Metern Rad- und Gehweg an der B1 in Henndorf-Hankham gewiss im absoluten Spitzenfeld.

Denn seit ungefähr einem Jahr wird hier - mit wochenlangen Stillständen und monatelanger Winterpause - dahingewerkelt, dass man meint, dieses kurze Wegstückchen sei ein Denkmal der Langsamkeitsbewegung. Und sollte einmal gearbeitet werden, so findet dies (ich kann dies aufgrund arbeitsbedingten Passierens nahezu täglich beobachten) in einem Tempo statt, dass man glaubt, hier wird an einem Zeitlupenwettbewerb mit ausgedehnten Zigarettenpausen teilgenommen.

Ein besonderes Highlight war wieder einmal der Nachmittag des 18. 9., als, wie schon öfter, ein Gegenverkehrsbereich eingerichtet wurde: Ein Lkw mit Baggerschaufel blockierte eine Fahrspur, ein Arbeiter bediente gemächlich die Baggerschaufel des Ladekrans und kratzte Schotter Steinchen für Steinchen zusammen, während sein Kollege am Straßenrand hin und her beselte. Zwei weitere Mannen regelten schließlich mit Signaltafeln herumstehend den Verkehr. Ersichtliche Arbeitsproduktivität in Summe gegen null gehend. Zum Vergleich: In anderen Weltgegenden werden in der Zeit der bisherigen Existenz dieser Baustelle ganze Hochhäuser bezugsfertig gebaut.

Als durch Steuern und Abgaben ohnehin massiv abgezockter Autofahrer (der wohl aufgrund seiner Finanzleistungen das Recht auf Fahrten ohne mutwillig herbeigeführte Behinderungen hat) reibt man sich täglich die Augen, wie ineffektiv und lang dauernd hier öffentliche Gelder buchstäblich in den Boden gestanden werden.

Man wagt gar nicht zu fragen, ob es hier so etwas wie ein Baustellenmanagement und einen Zeitplan gibt. Und Gedanken darüber, ob Baufirmen mit so einem Tempo der Arbeitsausführung und -beendigung - außer durch öffentliche Aufträge - überhaupt existieren können und konkurrenzfähig sind, sollte man sich besser gar nicht machen.

Wie gesagt, es geht lediglich um ein paar Hundert Meter eines läppischen Rad- und Gehwegs.

Anton Neureiter, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 29.10.2020 um 02:22 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/dauerbaustelle-in-henndorf-hankham-76692268

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