Leserbrief

Debatte um Kunstschätze

Die Debatte ist aber sicher nicht allumfassend. Die von Napoleon in Wien geraubten Kunstschätze - heute im Louvre - werden da sicher nicht mit umfasst. Auch die 1945 geraubten Schätze nicht. Und die liegen nicht nur in Moskau. Der Quedlinburger Domschatz kam erst 1992 aus Texas zurück - auf Privatinitiative. Die offizielle Bundesrepublik wollte die transatlantische Freundschaft keinesfalls gefährden. An das Schicksal des "Münzschatz" aus Salzburg darf an dieser Stelle auch erinnert werden - die SN haben darüber berichtet. Weiteres deutsches/österreichisches Beutegut im Ausland darf mit einiger Logik vermutet werden. Das wird aber nie Thema offizieller österreichischer/deutscher Stellen sein. Was die Kunstschätze, das Kulturerbe aus Afrika anlangt, wäre die Information hilfreich, wie die Gegenstände nach Europa kamen. Ich kann mir vorstellen, es waren mehrheitlich Ankäufe. Bei der Gelegenheit: Warum kommt in dem Artikel nicht Großbritannien vor? Die britischen Museen sind voll von exotischen Schätzen. Nicht nur exotischen, die verbliebenen Karyatiden am Erechtheion auf der Athener Akropolis weinen angeblich immer noch um ihre Schwester im Britischen Museum in London. Ja, da wäre ja noch der Koh-i-Noor, heute Teil des britischen Kronschatzes. Interessant, wie der u.v.a.m. dorthin gekommen sind. Hier stehe ich erst am Anfang einer unendlichen Geschichte, aber wir dürfen nicht aufrechnen…

Jürgen Jauch, 4040 Linz

Aufgerufen am 23.11.2020 um 09:05 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/debatte-um-kunstschaetze-61488490

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