Leserbrief

Dekadentes Fasten ade

Vor einem Jahr konnte man zum Beispiel noch hören:

"Nein danke, ich verzichte auf Süßes, ich faste gerade." Oft ging es bei diesen Entsagungen eher darum, den Winterspeck zumindest zum Teil wieder loszuwerden. Man verzichtete oft auf Nahrung oder Genussmittel, von denen man vorher oft zu viel konsumiert hatte. Die ursprüngliche Verbindung von Fasten und Beten für ganz konkrete Anliegen trat immer mehr in den Hintergrund.

Bedingt durch die aktuellen persönlichen Einschränkungen zur Bekämpfung der Covid-19-Verbreitung bemerken wir aber, welche wirklich kostbaren Dinge es im Leben gibt, auf welche wir jetzt verzichten müssen: Zum Beispiel mit lieben Mitmenschen zusammensitzen, Tischgemeinschaft haben und dabei miteinander reden können - der vorher angesprochene Konsumverzicht erscheint im Vergleich dazu lächerlich bis dekadent. In dieser Gefahr steht auch eine schlechte politische Oppositionsarbeit, welche in Krisenzeiten einfach anders zu erfolgen hat als sonst: Aus einer Vielzahl von Möglichkeiten waren und sind durch eine Regierung Entscheidungen zu treffen, welche nicht leichtfertig und effektheischend lächerlich gemacht werden dürfen!

Dieses aufgezwungene Fasten gibt uns die Möglichkeit, um auch einmal etwas für unsere Seelen zu tun und gute Bücher zu lesen. Passend wäre jetzt zum Beispiel die Bibel, um sich in den Familien selbst über das bevorstehende Osterfest einzulesen bzw. dieses vorzubereiten. Überrascht könnte man bemerken, dass Gott mehr Interesse an meinem Herzen als an Ritualen hat.

In diesem Zusammenhang finde ich auch die Aktionen der "Salzburger Nachrichten" (Online-Bibliothek, Gratis-Bücher-Aktion der Christengemeinde,
www.christenleben.at) sehr gelungen.

Auf eine Nebenwirkung beim Lesen sei noch hingewiesen: Lesen gefährdet die Dummheit.

Helmut Hardt-Stremayr, 5600 St. Johann im Pongau

Aufgerufen am 25.11.2020 um 05:55 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/dekadentes-fasten-ade-86056261

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