Leserbrief

Dem schwarzen Gold eine Bühne geben

Auf Initiative des Inszenierungsteams kommen rund 20 Tonnen Rohmoormasse bei der Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper "Macbeth" des Salzburger Landestheaters zum Einsatz, sie bildet einen zentralen Bestandteil des Bühnenbilds in der Felsenreitschule.

Die Theaterleitung und Bühnentechnik des Salzburger Landestheaters hatten im Vorfeld das Thema Nachhaltigkeit durchaus im Blick. Insgesamt bleiben Aufwand und Umfang des Materialeinsatzes im Rahmen einer für diese Spielstätte üblichen Produktion. Wir arbeiten in diesem Fall mit einem erfahrenen Erdbauunternehmen aus Salzburg zusammen.

Aus künstlerischer Perspektive wurde die Moorerde anderen Erdsorten aufgrund ihrer spezifischen Beschaffenheit und Struktur vorgezogen, die die mystisch-archaische Atmosphäre auf der Bühne verstärken soll. Die Wahl fiel auf die Bio-Rohmoormasse, die in der Moosstraße abgebaut wird. Das Erdbauunternehmen liegt dabei nur vier Kilometer Luftlinie vom Einsatzort Felsenreitschule entfernt - diese lokale Nähe und Regionalität ist bemerkenswert. Viel wichtiger ist jedoch zu erwähnen, dass die verwendete Moorerde, nachdem die Inszenierung abgespielt wurde, wieder einem natürlichen Kreislauf zugeführt wird. Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist daher also gegeben und war uns sehr wichtig.

Uns ist bewusst, dass das "schwarze Gold" ein wertvolles Gut ist, mit dem wir nicht leichtfertig umgehen werden. Wir möchten dem vielfach unterschätzten Moor vielmehr durch unsere Verwendung - im wahrsten Sinne des Wortes - eine Bühne geben.

Mag. Veronika Puttinger,, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Landestheater Salzburg

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