Leserbrief

Den Fehler einsehen

Bekanntlich genießt der BK einen hohen Beliebtheitsgrad. Um sich diesen zu erhalten, muss er allerdings lernen, dass es in einer Demokratie ein politisches Miteinander geben muss! Ein derartiges Einsehen ist zu vermissen. In der Pressekonferenz anlässlich des Rücktrittes des Vizekanzlers hat er ausführlich erwähnt, dass seine Regierung sehr gut gearbeitet hat, dass er von einer weiteren Zusammenarbeit mit der FPÖ Abstand nehmen muss und dass die SPÖ seinen Reformkurs nicht mittragen würde. Wenn er bereits in der derzeit schlimmen Situation eine andere Koalition mehr oder weniger ausschließt, zeugt das von seinem Bestreben einer Alleinregierung. Ein derartiges Bestreben dient aber nicht einem Ausgleich verschiedener Interessen und Erwartungen, die in unserem Land gegeben sind.
BK Kurz hat wohl einen großen Vertrauensvorteil missbraucht. Das Eingehen einer Koalition mit einer hinlänglich als rechtspopulistisch bekannten Partei ist schwer mit jugendlichem Leichtsinn zu entschuldigen. Die gesamte Opposition soll einen Misstrauensantrag stellen. Ja, alle Parteien nicht nur die eine oder andere. Wenn ihm das Misstrauen ausgesprochen werden würde, würde er sich zwar ein zweites Mal als Opfer zeigen, allerdings muss er zur Kenntnis nehmen, dass er einen Fehler gemacht hat. Das tut er nämlich nicht!

Renate Rinortner, 5020 Salzburg

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