Leserbrief

Denkmalschutz und Photovoltaik

Man kauft ein altes Gebäude, renoviert und restauriert es nach Vorgaben des Denkmalamts aufwendig. Eine Lebensaufgabe. Auch energetisch ist das Haus eine Herausforderung. Dann kommt der Klimawandel. Allerorten und fast täglich gibt es Katastrophenmeldungen. Die Gesellschaft hat die Verpflichtung, diesen Prozess mit allen Mitteln aufzuhalten. Dazu gehört auch erneuerbare Energie.
Diese Entwicklung scheint beim Denkmalamt spurlos vorüberzugehen. Vor Kurzem hörte ich, dass das Land Salzburg keine Photovoltaik auf dem Dach der Festung anbringen darf. Auf unserer großen südseitig gelegenen Dachfläche ist uns das ebenfalls untersagt. Muss man das verstehen, dass sich der Denkmalschutz der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen entzieht? Über die Jahrhunderte sind Gebäude und Städte einem ständigen Wandel unterzogen. Es wäre doch sehr sinnvoll, wenn man die alten energiefressenden Gebäude mit erneuerbarer Energie ausrüsten könnte, dies würde auch die Erhaltung des Hauses sichern. Der Gesamteindruck des Hauses wäre dadurch nicht beschädigt. Erlaubt ist übrigens Photovoltaik im angrenzenden Garten. Ob das aber besser ist, wenn neben dem Haus statt einer schönen Buchenhecke eine meterlange Modulstrecke zu sehen ist, bezweifle ich. Vor dem Haus stehend sieht man die Dachdeckung nicht, aber die vielen Module schon.
Man kann nur auf einen Sinneswandel des Denkmalamts hoffen.

Heidrun Plöchl, 5582 St. Michael

Aufgerufen am 20.10.2020 um 11:07 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/denkmalschutz-und-photovoltaik-68577556

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