Leserbrief

Der Anfang vom Ende des Bundesheeres

Der Zustandsbericht "Unser Heer 2030" hätte schon jeden verantwortungsbewussten Politiker wachrütteln sollen. Die Vergangenheit zeigte uns aber auch, dass das Bundesheer immer am Altar der Parteipolitik geopfert wurde. Daher wurde die Darstellung des desaströsen Zustandes der strategischen Handlungsreserve durch das Alarmsignal "Was wir heute noch können, was wir morgen nicht mehr können" verstärkt aufgezeigt und rund um den Nationalfeiertag der Politik und der Bevölkerung vorgeführt.

Nun ist aber das Morgen rascher eingetroffen als erwartet und das frühere Abstellen der Saab-105-Flotte ist als ein Vorbote des Stillstandes des Bundesheeres zu werten. Natürlich wird sich das Bundesheer bemühen die verfassungsmäßigen Aufgaben zu erfüllen und die Luftraumüberwachung fortzusetzen. Allerdings mit einem nicht budgetierten Mehraufwand (es gibt keine Reserven) und unter Streichung anderer Vorhaben, die für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft wichtig waren. Das was in der Luft beginnt, wird sich zu Land fortsetzen und bis in die qualifizierte Katastrophenhilfe reichen. Daher legt die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft der Bundesregierung nahe, endlich aus dem "Dornröschenschlaf" zu erwachen und sicherheitspolitischen Realität ins Auge zu sehen.

Wir fordern für das Bundesheer jenes Regelbudget, das es braucht, um die verfassungsmäßigen Aufgaben zu hundert Prozent zu erfüllen und vor allem die Sicherheit unserer Soldaten und den Schutz der Bevölkerung garantieren zu können. Dazu gehört auch die Miliz. Daher ist die Wiedereinführung des bewährten Wehrsystems 6+2 unausweichlich.

Vizeleutnant Othmar WohlkönigPräsident der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft, 8051 Graz

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