Leserbrief

Der Blick auf die Zukunft ist verloren gegangen

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,
für Ihren knappen, aber sehr fundierten Artikel danke ich Ihnen herzlich ("Wann wachen wir Europäer endlich auf?", SN vom 22. 3. 19):
Ich stimme vollkommen mit Ihren Ansichten überein: Gerade in dieser Zeit der globalen Verunsicherung wäre für uns Europäer nichts wichtiger, als Einigkeit zu demonstrieren. Keine außereuropäische Großmacht hat ein Interesse an einem starken Europa. Ganz im Gegenteil wird ständig (leider mit Erfolg) versucht, die EU-Mitglieder auseinander zu dividieren, vor allem China (Griechenland, Portugal, Italien), USA (Brexit) und Russland (Brexit und ehemalige Warschauer-Pakt-Staaten). Die Strategie ist leicht zu durchschauen: Man setzt bei den verschuldeten Schwächsten an, um ihnen finanziell zu "helfen" durch die Übernahme von defizitären staatlichen Unternehmen oder Firmen. Das bringt zunächst Geld für die Regierenden, aber Schulden für die kommenden Generationen - dann sind diese Politiker aber längst nicht mehr im Amt. So werden ohne Waffen, friedlich und unblutig, Abhängigkeiten geschaffen, die nur einer Seite wirklich nützen.
Wer weiß, ob nicht auch das Anheizen von Konflikten in Nachbarregionen (Nordafrika, Naher Osten) und die resultierenden Flüchtlingsströme gezielt zur Schwächung der EU beitragen sollen?
Der Blick auf die weitere Zukunft ist verloren gegangen; künftige Generationen werden diese Kurzsichtigkeit ausbaden müssen.
Schon Goethe lässt Mephisto sagen: "Den Teufel spürt das Völkchen nie, selbst wenn er sie am Kragen hätte." Wie wahr!

Univ. Doz. Dr. Johann Beck-Mannagetta, 5020 Salzburg

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