Leserbrief

Der Karfreitagskompromiss

Die Bundesregierung übt sich im Gleichschritt mit Brüssel und der Umsetzung der EuGH-Urteile. Geklagt wurde wegen Ungerechtigkeit Nichtreligiösen gegenüber. Herausgekommen ist eine Ungerechtigkeit den Protestanten und Altkatholiken gegenüber. Den Karfreitag für alle freizugeben, endete mit einem Aufschrei des Handels. Dessen Logik war nicht zu erkennen. Wenn der zweitstärkste Einkaufstag eben der Karfreitag ist und der frei gegeben wird, dann werden die Leute, das was sie brauchen, eben an einem anderen Tag kaufen. Wie in Österreich üblich, gibt es nur halbe Sachen. Zuerst kam heraus: ein halber, zusätzlicher Feiertag für eine Gruppe. Die nächste halbe Sache in Österreich - es gibt nur einige christliche Feiertage, vermehrt um katholische. Andere Glaubensrichtungen gehen leer aus. Ein Vorschlag, bei dem alle gleich behandelt würden, könnte so aussehen: Vollständige Trennung von Kirche und Staat. Das hieße alle kirchlichen Feiertage abschaffen. Wer einer Glaubensgemeinschaft angehört, egal welcher, kann an seinen religiösen Feiertagen Urlaub nehmen, der ihm nicht verwehrt werden kann. Damit das gerecht ist, wären generell 6 Wochen Urlaub angebracht. Ein Problem besteht nur für die "Ungläubigen", die sich erst eine Religion schaffen müssten, damit sie auch zu "gesicherten" Urlaubstagen kommen.


Dr. Klaus Potsch, 2201 Seyring

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