Leserbrief

Der Kreislauf der Verblendung

Für viele Menschen besteht das Glück nur im Kaufen. Um dafür zu sorgen, dass dies möglich wird, erhöht man die Vielfalt des Angebots, sodass wir etwa im Winter Weintrauben aus Südamerika bekommen; dass aber das wirkliche Glück zum Beispiel in der Bescheidenheit liegt, wird verschwiegen.

Tatsächlich sollte ich etwa im Winter mit heimischen Produkten Auslangen finden, so denkt man es sich jedenfalls. Diese Ausformung des westlichen Kapitalismus folgt dem Grundsatz: Ich arbeite, ich kaufe und arbeite etc. Dies wird aber schon von vielen heutzutage hinterfragt. Der alte Spruch: Wirkliche Freude lässt sich nicht kaufen. Das "immer mehr" hat ausgedient. Darauf weisen auch die diversen Umweltaktivisten hin. Da halte ich es mit dem Window-Shopping: Ich sehe mir die Sachen in der Auslage an und weiß zu guter Letzt, was ich nicht alles brauche! Und freue mich an dem, was ich schon habe! Und bin mir auch bewusst: Die eigene Existenz ist unendlich kostbarer und wertvoller.

Mag. Bernd Rosenkranz, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 21.09.2020 um 03:49 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/der-kreislauf-der-verblendung-76641964

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