Leserbrief

Der Neubau am Rehrplatz regt auf

Vor einiger Zeit wurde in den "Salzburger Nachrichten" berichtet, dass beim Neubau eines Wirtschaftsgebäudes im Nonntal in der - weniger strengen - Schutzzone 2 aus Gründen des Altstadtbildes verlangt wurde, den Baukörper mit Holz zu umkleiden. Gut so!

Ein anderes Bild zeigt sich auf der anderen Salzachseite am Rehrlplatz. Dort wird jetzt die unglaubliche Dimension dieses hässlichen Betonklotzes sichtbar, der den Blick auf den Kapuzinerberg stört und die alte rechtsseitige Stadteinfahrt über die Arenbergstraße mit ihren historischen Häusern verschwinden hat lassen.

Das Besondere daran ist, dass der gesamte monströse Bau, anders als das anschließende UKH, in der - strengen - Schutzzone 1 liegt (!). § 5 des Altstadterhaltungsgesetzes verlangt für Neubauten im Schutzgebiet, diesen eine solche äußere Gestalt zu geben, dass sie sich nach den Grundsätzen für charakteristische Bauten dem Stadtbild und Stadtgefüge harmonisch einfügen.

Nur unter diesen Voraussetzungen darf eine Baubewilligung erteilt werden. Beachtet man diese Grundsätze, dann müssten die damaligen politischen Entscheidungsträger und Mitglieder der Sachverständigenkommission, die für diesen Bau, aus welchen Motiven immer, die Bewilligung ausgesprochen beziehungsweise den Bau gutgeheißen haben, vor Scham versinken, wenn sie nun ihr "Werk" betrachten.

Dr. Walter Grafinger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.05.2022 um 06:37 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/der-neubau-am-rehrplatz-regt-auf-114982999

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