Leserbrief

Der rote Faden in österreichischen Asylbehörden

Szene 1: Ein höherer Beamter rastet aus, wird ob seiner respektlosen, bedrohenden und unangemessenen Einstellung und Sprache strafversetzt - ins Amt für Asyl- und Fremdenwesen. Das wird offenbar - wohl nicht erstmalig - als Abstellraum für anderweitig unzumutbare Beamte benutzt. Ein Amt, das zu mindestens 40 Prozent Fehlleistungen liefert, die dann von Gerichten in Ordnung gebracht werden müssen.

Szene 2: Ein Beamter stellt das Beschäftigungsprogramm für Strafhäftlinge vor, das er für sehr wichtig halte, um ihre Persönlichkeit zu stützen, und weil der Grundsatz im Gefängnis heißt: "Beschäftige die Menschen, sonst suchen sie sich selbst - evtl. unangemessene - Beschäftigungen."

Für Asylbewerber, die dank der Leistungen des oben angeführten Amtes jahrelang auf ihren Bescheid warten müssen, gilt nach wie vor ein - menschenrechtswidriges - Beschäftigungsverbot. Sie kämen allenfalls als Kriminelle in den Genuss eines Beschäftigungsprogramms.

Mit diesen zwei Meldungen einer ZiB 1 lässt sich gut der rote Faden des Zynismus in Asylangelegenheiten zeigen, der sich durch alle Instanzen, von Politik bis zu ausführenden, bzw. überwachenden Behörden, zieht.

Was ist nur los mit diesem Land?

Eva Maria Dechant, 5061 Elsbethen

Aufgerufen am 23.01.2021 um 10:27 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/der-rote-faden-in-oesterreichischen-asylbehoerden-80305318

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