Leserbrief

Der unvollständige Satz

Gerade zu Neujahr hören wir es immer wieder: Es wird ein "gutes Neues" gewünscht. Warum nicht: "Ein gutes neues Jahr" fragt sich da?
Es ist wie so oft in der Sprache, dass Wörter im Laufe der Zeit verschwinden. Es werden unvollständige Sätze wie: "Gehst du Bahnhof" gerade bei jüngeren Menschen gebildet. Oft ist dies zur Vereinfachung gedacht. Doch bei einem Glückwunsch wie jenem zum neuen Jahr wäre doch zumindest ein vollständiger Satz begrüßenswert.
In diesem Fall kann ein solcher Gruß nicht von ganzem Herzen kommen. Denn wenn man sich nicht einmal die Zeit nimmt, zwischen dem Händeschütteln auch noch einen Satz, der voll ausformuliert das Ohr des Anderen erreicht, auszusprechen, zeugt das nicht von besonderer Begeisterung.
Wie dem auch sei: Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gutes neues Jahr. Ich wünsche Ihnen, dass all Ihre Wünsche in Erfüllung gehen.


Lucas Ammann, 6840 Götzis

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