Leserbrief

Die AK schützt vor Ungleichgewicht

Der Polemik gegen die AK-Pflichtmitgliedschaft wird immer wieder Platz eingeräumt, obwohl viele Argumente zeigen, dass die Behauptungen unrichtig sind.
Die Arbeiterkammer als gesetzliche Interessensvertretung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (bundesweit über 3 Millionen, in Salzburg ca. 250.000) bringt die Interessen der unselbständig Beschäftigten in die Gesetzgebung ein, ist durch Gestaltungsvorschläge in den zentralen Politikfeldern Arbeitswelt, Wirtschaft, Wohnen, Konsumentenschutz usw. aktiv und bietet eine Vielzahl von Beratungsleistungen, die der Rechtsdurchsetzung jedes Arbeitnehmers bzw. jeder Arbeitnehmerin dienen.
Auf den ersten Blick mag es abstrakt erscheinen, dass die große Durchsetzungsmacht der AK nur deshalb möglich ist, weil alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer per Gesetz der Arbeiterkammer angehören.
Nachvollziehbar und erfahrbar ist die besondere Schutzwirkung aber dann, wenn man an die Arbeitswelt denkt, in der eine Vielzahl von Beschäftigten ohne die arbeitsrechtliche Beratung der AK weder ihre Rechtsposition kennen noch ihre Entgeltansprüche durchsetzen könnten; oder wenn man bedenkt, dass die AK Konsumentinnen und Konsumenten zu Gewährleistungsansprüchen verhilft und mit Preis- und Lebensmitteluntersuchungen zu Fairness und Gesundheitsschutz beiträgt…
Diese besondere Schutzwirkung der gesetzlichen Interessensvertretung AK habe ich in den Anfängen meines Berufslebens tagtäglich erlebt, als ich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht Salzburg vertreten habe.

Kaum eine / einer der von mir Vertretenen hätte ohne Hilfe der AK das Prozesskostenrisiko aus eigenem übernehmen können, wenn nicht der Rechtsschutz der Arbeiterkammer gegriffen hätte.
Gesicherte Arbeitnehmerrechte und die gesetzliche Pflichtmitgliedschaft in der Arbeiterkammer tragen in Österreich wesentlich zu sozialer Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und demokratischer Einbindung aller Menschen bei. Sie sind auch ein Erfolgsfaktor für die Wirtschaft. Um diesen österreichischen Weg der Sozialpartnerschaft beneiden uns andere Länder.


Mag.a Cornelia Schmidjell, Direktorstellvertreterin, Arbeiterkammer Salzburg, 5020 Salzburg

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