Leserbrief

Die Breite der Autos limitieren?

Die Dimensionen sind beeindruckend. Der sinnbefreite Ausbau der Mönchsberggarage bedeutet zunächst einmal gravierende Einschnitte in das Landschaftsschutzgebiet am Krauthügel. Eine sechs Meter breite Baustraße samt einer Diesel-Tankstelle und einer Trafostation sind geplant, dazu kommen noch mehr als 11.000 Lkw-Fahrten zum Abtransport des Aushubs. Kosten von rund 40 Mill. Euro bedeuten heruntergerechnet 60.000 Euro für einen Parkplatz. Ich bin mir nicht sicher, ob den Salzburgerinnen und Salzburgern trotz zunehmenden Widerstands die Monströsität und Absurdität dieses Projekts bewusst ist.

Dabei sind die bestehenden Garagen ohnehin nur an 60 Tagen im Jahr, und auch da nur für wenige Stunden, wirklich ausgelastet. Das alles ist bekannt. Dennoch halten der Bürgermeister und die Mehrheit im Gemeinderat an einer längst überholten Verkehrspolitik, die natürlich mehr Autoverkehr in die Stadt bringt, mit bemerkenswerter Sturheit fest.

Dabei gäbe es auch jetzt schon Erweiterungspotenzial, wenn in den Garagen nicht nur die Höhe, sondern auch die Breite der Fahrzeuge limitiert würde. SUV-Ungetüme führen dazu, wie mir schon passiert, dass die Fahrertür kaum noch zu öffnen ist bzw. man sich auf der Beifahrerseite hineinquälen musste. Im Übrigen: Was haben Geländefahrzeuge in den Städten verloren?

Und ist Festspielgästen zuzumuten, mittels eines öffentlichen Verkehrsmittels oder eines Shuttlebusses zu einer Festspielaufführung zu kommen? Ein Herr Walbert verneint dies in seinem Leserbrief vehement, unter anderem weil die festliche Garderobe der Besucher ein paar Regenspritzer abbekommen könnte. Er hat ja recht, wie kommen die hohen Herrschaften auch dazu, solche Unbequemlichkeiten wie der Pöbel auf sich nehmen zu müssen!


Erhard Sandner, 5081 Anif

Aufgerufen am 26.05.2022 um 08:12 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-breite-der-autos-limitieren-115737052

Kommentare

Schlagzeilen