Leserbrief

Die Entwicklungen des H. C. Strache

Zu "Die Spaltung der FPÖ ist perfekt" (SN-Online vom 11. 12.):

Brief an die treuen Freunde und Kameraden:

Einem meiner Bekannten ist es zugestoßen, dass sein bester Freund aus Kindheitstagen sich als chronischer Verbrecher erwiesen hat. Niemand hätte dem solche Untaten zugetraut, alle sind bestürzt, empört, ja gekränkt und aufgeregt. Der Mann sitzt und erwartet sein Urteil. Mein Bekannter versucht in den diesbezüglichen Debatten, die Untaten herunter zu spielen, ja sogar, sie zu erklären, jedenfalls, sie zu verharmlosen. Er besucht ihn im Gefängnis und tröstet ihn. Ein Beispiel also von Treue und unverbrüchlicher Freundschaft?

Auch ein Beispiel von verweigerter Einsicht, eingeschränkter Beurteilungskraft, die den Betroffenen des Verbrechens nicht gerecht wird. Eine Tugend, die zur Untugend wird, weil sie das rechte Maß nicht hat. An diese Begebenheit muss ich denken, wenn es darum geht, sich zu den Entwicklungen um H. C. Strache zu stellen.

Ich weiß, wie wichtig Treue und Glauben für unsere Gesellschaft und ganz besonders für Gemeinschaften und Bünde sind! Muss es für uns und besonders für die Entscheidungsträger unseres Staates aber nicht noch wichtiger sein, ein gerechtes Maß anzulegen und dementsprechend ein begangenes Unrecht zu ahnden, auch wenn es die Abkehr von Verbundenheit, Dankbarkeit und treuer Freundschaft bedeutet? Dazu bräuchte es neben klarem Urteilsvermögen auch die Fähigkeit, über einen Verlust hinwegzukommen, auch wenn es einen verdienten Freund, Genossen oder Kamerad betrifft!

Dr. Heinz Nagl, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 15.01.2021 um 02:49 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-entwicklungen-des-h-c-strache-80611564

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