Leserbrief

Die Erde ist unsere Heimat

1200 Seiten umfasst der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC und fasst zusammen, was durch wissenschaftliche Studien schon längst belegt ist: Der Meeresspiegel steigt an, die Ozeane versauern, Gletscher schmelzen und gehen weltweit deutlich zurück. Als wäre das noch nicht alarmierend genug, drohen bis 2100 die Permafrostböden aufzutauen, was die darin gespeicherten Treibhausgase freisetzt und die Erderwärmung noch verstärkt. Ein Teufelskreis mit dem Menschen als zentralem Verursacher.

Denn würde die Erde nur um zwei Grad Celsius wärmer werden, könnten Landgebiete überflutet werden, auf denen derzeit etwa 280 Millionen Menschen leben, was der Bevölkerung von Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien zusammen entspricht. Allerdings bewegen wir uns auf ein Plus von drei bis vier Grad Celsius zu. Glaubt jemand tatsächlich, diese vielen Millionen Klimaflüchtlinge an wie immer bewachten "Außengrenzen" aufhalten zu können?

Es bedarf weltweit drastischer einschneidender Maßnahmen. Immerhin, die Zivilgesellschaft hat dank Greta Thunberg und zwei extrem heißer Sommer in Mitteleuropa einen bislang nicht bekannten Aktivismus in Gang gesetzt. Freilich, die Ignoranz vieler rechter und konservativer Politiker von Herrn Trump abwärts gegenüber dem Klimawandel lässt wohl nicht nur mich fassungslos zurück. Aber auch, dass Österreich nur lächerliche 30 Millionen Euro für die Vier-Jahres-Periode des Green Climate Fund zu zahlen bereit ist, während andere Industrieländer pro Kopf das Vier- bis Zehnfache beisteuern, finde ich zutiefst beschämend.

Erhard Sandner, 5081 Anif

Aufgerufen am 25.11.2020 um 07:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-erde-ist-unsere-heimat-76998550

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