Leserbrief

Die Freiheit, die ich meine . . .

Ich treffe im Alltag immer wieder Menschen, die sich nicht an die Coronaregeln halten und auf Ansprache sagen: Wovor fürchten Sie sich? Sie tragen ohnehin Maske! Meine Antwort lautet immer: vor Ihnen . . . Ich habe Angst vor Ihrer Einstellung und Sichtweise und den Folgen für uns alle! Ich fühle mich ausgeliefert und kann nichts tun gegen Ihre Fahrlässigkeit.

Diese Menschen gehen in überfüllte Lebensmittelläden und auf Ansprache haben sie ein Attest parat. Die Läden sind machtlos. Es gibt ja den Freifahrtschein Attest. Man könnte natürlich auch jemanden einkaufen schicken oder bringen lassen. Aber nein. Da stürzt man sich ins Getümmel ohne Maske, aber mit Attest.

Hunderte Menschen wandern durch die Stadt ohne Maske und Abstand . . . niemand hält sie auf. Die Polizei ist machtlos. Für Freiheit demonstrieren? Was für Freiheit meinen diese Menschen? Besitzen die Handys? Haben die eine Krankenkasse, die für sie sorgt? Gehen ihre Kinder in öffentliche Schulen? Geben sie ihre Daten zum Urlaubsbuchen ein? Wir alle, die diese Dinge und vieles mehr konsumieren, sind bewusst nicht "frei"! Das alles ist unser System, unser Staat. Und ich kenne niemanden, der sich all dem entziehen kann und auch möchte.

Mich würde ja interessieren, ob diese Menschen dann auf Impfung und Tests und Intensivbetten verzichten zugunsten jener, die sich an Vorgaben halten. Wohl eher nicht. Dieser Staat kann nichts tun gegen Silvesterknallerei (obwohl man weiß, dass die Intensivstationen entlastet werden müssen), gegen Demos. Die Vertreter des Staats sind hilflos gegen diese Menschen und Ideologien. Also wessen Freiheit ist nun eingeschränkt? Sind nicht jene eingeschränkt, die keine Instrumente dagegen bekommen?

Also: Wenn mich wieder jemand ohne Maske fragt: Wofür fürchten Sie sich? Dann lautet meine Antwort: vor Ihnen!


Brigitte Höllbacher, 5201 Seekirchen

Aufgerufen am 09.12.2021 um 09:19 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-freiheit-die-ich-meine-98297254

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