Leserbrief

Die Grundwerte der SPÖ

Zum Leserbrief "Staatsbürger an erster Stelle" (SN vom 17. 10.):
Herr Mag. Behrens meint, die SPÖ soll sich als Partei des unteren sozialen Segments, vor allem um diese Zielgruppen kümmern und nicht protzen.

Früher wählten Arbeiter, vor allem die Facharbeiter, welche sehr stolz auf ihren Beruf waren, sehr häufig die SPÖ. In den den 70-iger Jahren wurde die SPÖ auch eine Partei von Künstlern und Intellektuellen, und sie wird auch jetzt von vielen Maturanten und Akademikern, sowie Angestellten im höheren Segment gewählt. Das ist auch in meinem großen Bekanntenkreis so. Der Gründer der SPÖ, der Arzt Viktor Adler kam ebenso wie Otto Bauer und Bruno Kreisky aus dem gebildeten Großbürgertum. Das untere soziale Segment der Gesellschaft wählt genauso ÖVP, (vor allem am Land) und die FPÖ, diese bezeichnet sich ja selbst als die Partei des sogenannten kleinen Mannes. Dass die SPÖ nicht mehr weiß, was die Menschen bewegt und was diese brauchen, stimmt nicht. Faire Chancen und ein gutes Leben für alle, sowie Solidarität und Menschlichkeit sind immer noch Grundwerte der SPÖ, dafür steht sie auch. Diese Werte sind offensichtlich heute nicht mehr gefragt, damit gewinnt man keine Wahl. Leider wird auch in den Medien suggeriert, dass die SPÖ keine klare Haltung hat. Wenn ein SPÖ-Politiker eine schöne Uhr trägt und ein schönes Auto fährt, dann ist die Empörung groß. Es wird gleich gegen den Protzer gehetzt und der SPÖ ausgerichtet, sie soll primär ihre Staatsbürger vertreten.

Dass Norbert Hofer als angeblicher Vertreter der Partei der kleinen Leute ein privates Flugzeug hat, regt niemanden auf, ebenso wenig war der Lebensstil von Jörg Haider nie ein Thema. Man kann auch reich sein und trotzdem eine soziale Einstellung haben und die Interessen der Staatsbürger vertreten. Es gibt auch in Österreich genug Beispiele dafür.

Roswitha Tiemessen, 3031 Rekawinkel

Aufgerufen am 01.12.2021 um 03:02 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-grundwerte-der-spoe-78030640

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