Leserbrief

Die Herkulesaufgabe des Gesundheitsministers

Wenn man diesen Brief liest, muss man sich schon fragen, wo der Leserbriefschreiber in den letzten Wochen gewesen ist, wo es doch praktisch täglich im Radio, TV und der Presse nur so an Kritik gehagelt hat. Trotzdem finde ich, dass es gut wäre, in Punkto Kritik die Kirche im Dorf zu lassen.
Man braucht nur ein wenig in die Meinungen aus dem Ausland hineinzuhorchen, um zu wissen, wie sehr uns Franzosen, Engländer, Belgier oder auch die Schweden darum beneiden, wie unser Gesundheitssystem in Zusammenarbeit mit der Regierung und dem Ministerium die Krise zumindest bis heute gemeistert hat. In diesen Ländern hat man eine schon bis zu zehnmal höhere Zahl an coronabedingten Todesfällen pro Einwohnerzahl zu beklagen.
Wer in einer Jahrhundert-Pandemie ein Gesundheitsministerium zu führen hat, steht vor einer Herkulesaufgabe und mit ihm natürlich alle seine Mitarbeiter. Dass da Pannen unvermeidlich sind, ist auch klar. Aber alle Österreicher sollten dankbar sein, dass solche nicht dort passiert sind, wo es Menschenleben kostete, sondern in der Administration, wo der Schaden überschaubar geblieben ist, trotz großer Aufregung in der Presse und natürlich in den Oppositionsparteien.
Also bitte, kritisieren wir unseren Herrn Minister wieder, wenn die Krise aus dem Ruder laufen sollte, aber bis dahin lassen wir ihn seine Arbeit machen, damit wir hoffentlich weiter von unseren Nachbarn beneidet werden können.

DI Georg Gröger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 02.12.2020 um 08:23 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-herkulesaufgabe-des-gesundheitsministers-92339716

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