Leserbrief

Die Kirche und der Mindestbeitrag

Gering verdienende Mitglieder werden von der röm.-kath. Kirche fürstlich zur Kasse gebeten! Konkret gesagt geht es um den Mindestkirchenbeitrag für Einkommenssteuerpflichtige.
Dieser beträgt nunmehr stolze 123 Euro. Hat man zum Beispiel ein Jahreseinkommen von 7000 Euro (wer kann davon leben?), wird nicht der durch die gängige Formel
(= 1,1% vom steuerpflichtigen Einkommen) ermittelte Kirchenbeitrag - das wären in diesem Fall 77 Euro - in Rechnung gestellt, sondern trotzdem 123 Euro! Aber die noch größere Überraschung im negativen Sinne folgt noch: Tritt man während eines laufenden Jahres aus der röm.-kath. Kirche aus, wird trotzdem der volle Jahresbeitrag von 123 Euro eingefordert! Kein Mieter würde es akzeptieren, bis zum Jahresende Miete zahlen zu müssen, wenn er zur Jahreshälfte aus der Wohnung auszieht. Mindestbeiträge sind sozial unfair und benachteiligen geringer Verdienende massiv! Die Kirche, die offiziell soziale und karitative Werte vertritt, entlarvt sich in dieser Hinsicht als starrer, unsozial agierender Finanzapparat.

Mag. Katrin Gudlaugsson, 5020 Salzburg

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