Leserbrief

Die Lehren aus DIY und Preisdumping

Geschlossene Friseursalons dürften bei vielen Österreichern für mehr Angstgefühle gesorgt haben als das Coronavirus selbst und der Friseurberuf wird plötzlich nahezu als systemrelevant angesehen. Die letzten Jahrzehnte waren in der österreichischen Friseurbranche durch einen Boom der Budgetsalons geprägt: schneller Schnitt, kleines Geld und wieder bei der Tür raus. Das Geschäftsmodell zielt nicht auf Qualität ab, sondern auf Quantität. Durch ein Do-it-yourself-Debakel haben nun viele bemerkt, dass hinter dem Beruf des Figaros mehr steckt als nur "schnipp, schnapp, Haare ab". Der Coiffeur wandelt sich vom bloßen Dienstleister hin zum geschätzten Berater. Wenn die neue Wertschätzung also dazu führt, dass der Kunde bewusster konsumiert und den Preis aus zwei Perspektiven betrachtet, wäre das im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Branche mehr als wünschenswert.

Karin Ekengren

, 1090 Wien

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