Leserbrief

Die Mathematik der Lohnsteuer

Mit Erschüttern lese ich den Leserbrief von Herrn Wildberger, (SN vom 24.11.) bezüglich kollektivvertraglicher Erhöhung.
Die angeführten 35 % Lohnsteuer sind nicht von den 3,46 % KV-Erhöhung abzuziehen und dann Äpfel mit Radieschen zu vergleichen.
Auch beim bisherigen Netto ist ja bereits Lohnsteuer abgezogen.


Beispielrechnung: Quelle: Seite Finanzamt, Brutto-Netto-Rechner, Angestellter, Wien.
Laut Ihrem Beispiel 18.000 bis 30.000 EUR p.a.

Annahme:

28.000,00=2.000,00 brutto p. M., gibt 20.943,96 netto p. J., monatl.: 1.482,54 netto

Dazu: 3,46%

28.968,80 = 2.069,20 brutto p. M., gibt 21.493,78 netto p. J., monatl. 1.519,37 netto
+3,46 % +3,46 % +2,63 % +2,48 %

Sie rechnen: 3,46 % Brutto-Plus abzüglich 35 % Lohnsteuer ergibt ein Netto-Plus von 2,25 %.

Ihre systematisch falsche Rechnung weicht mit 2,25 % von den mir errechneten 2,63 % um rund 0,38 % ab.
In EUR, netto, beträgt unsere Differenz bloß rund 80,- EUR pro Jahr, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld, jedoch tut mir die falsche mathematische Grundlage weh.
Das Zerrinnen der 3,46 % kommt davon, dass die Lohnsteuer nicht linear gerechnet wird, sondern bei jeder auch kleinen Erhöhung die jeweils zutreffende höchste progressive Lohnsteuergruppe voll durchschlägt.
Eine Antwort darauf wäre, den progressiven Steuertarif bei jeder KV-Erhöhung zumindest um die Inflationsrate nachzuschieben.
Das wird uns Bürgern schon seit Jahren von allen politischen Gruppierungen versprochen. Das Einzige was passiert, ist eine mit viel Theater verkaufte Tarifreform, immer sehr spät nachhinkend.
Schön wär's wenn ich mir sicher sein könnte, dass diese Mehreinnahmen uns Österreichern zu Gute kommen und nicht in irgendwelchen Kanälen versickern.


Ing. Mag. Rudolf Korbuly, 2500 Baden

Aufgerufen am 01.12.2020 um 05:03 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-mathematik-der-lohnsteuer-61586179

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