Leserbrief

Die niedrige Wahlbeteiligung ist bedenklich

Im Lokalteil Ihrer Ausgabe vom 2. Oktober 2021 war zu lesen, dass "29,1 Prozent der Bevölkerung" von Graz einer bekennenden Marxistin ihre Stimme gegeben haben. Das stimmt so nicht. Richtig ist, dass von jenen 54,0 Prozent der Wahlberechtigten - nicht der Bevölkerung -, die von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben, 29,1 Prozent für die KPÖ gestimmt haben. Das sind also 15,4 Prozent der Wahlberechtigten.
Bedenklich bei diesem Wahlergebnis ist nicht, dass eine Partei, die marxistischen Umverteilungs- und Enteignungsfantasien nachhängt, die Wahl gewonnen hat. Wohl aber bedenklich ist die niedrige Wahlbeteiligung, in der sich der verbreitete Mangel an politischer Interessiertheit spiegelt. Hätte es eine Wahlpflicht gegeben, so würde das Wahlergebnis sicher anders aussehen.
Es zeigt sich, dass die vielgerühmte Freiheit, zu der auch die Freiheit gehört, zu einer Wahl zu gehen oder nicht, zur Folge haben kann, dass eine Gruppe an die Macht kommt, zu deren Zielen die Einschränkung der Freiheit gehört.


Dr. Eberhard Franz, 5084 Großgmain

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