Leserbrief

Die Politik und der Klimawandel

Rekordtemperaturen in Sommer und Winter, Hitzewellen, Überschwemmungen, Erdrutsche: Der Klimawandel und seine Auswirkungen sind kaum mehr zu ignorieren. Wir steuern im Eiltempo auf eine fatale Zukunft zu, Politiker üben sich jedoch weiterhin in Kurzsichtigkeit, die Priorität liegt auf der Förderung der Wirtschaft, welche die fossilen Brennstoffe nach wie vor emsig verheizt, um die Produktion und den daraus im Idealfall resultierenden Konsum weiterhin am Laufen zu halten. Die Wirtschaft schafft eben die Arbeit und schaufelt uns zugleich unser eigenes Grab.
Während die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg uns dazu aufruft, in Panik zu geraten (Zitat: "I want you to panic"), übt sich der Otto Normalverbraucher in konsequenter Verdrängung des Problems: "Was betrifft mich das?", "Ich kann daran nichts ändern!" oder "Das wird schon wieder!" sind typische Antworten, die man in Österreich (und sicherlich vielen anderen Ländern der Welt) erhält, wenn man mit Leuten über den Klimawandel spricht. Dass die Masse der Bürgerinnen und Bürger etwas an der Misere ändern könnte, indem sie ihren klimaschädlichen Lebensstil überdenkt, sich umweltfreundlicher fortbewegt, ökologischer konsumiert und ihrem Unmut über die derzeitige Situation Luft macht, das käme leider niemandem in den Sinn.
Nur allzu positiv ist zu vermerken, dass es die Jugendlichen unseres Landes sind, welche sich nun gegen diese Ignoranz erheben und von der Politik ein angemessenes Handeln einfordern. Sie sind es letztendlich, welche die Konsequenzen der grassierenden Unvernunft in Politik und Wirtschaft eines Tages zu tragen haben und deshalb nicht dazu bereit sind, dies teilnahmslos hinzunehmen. Respekt hierfür!



Michael Santner, 5300 Hallwang

Aufgerufen am 23.10.2019 um 06:54 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-politik-und-der-klimawandel-67288414

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