Leserbrief

Die Post - unendliche Weiten im Jahr 2019

Sternzeit 25. März: Am Vortag ruft meine Mutter an und bittet um das schon erprobt tolle, in Deutschland nicht erhältliche, Blasenpulver - Dringend! Schnell wird der Auftrag erledigt und das Päckchen mit zweimal Blasenpulver bei einer Poststelle mit Sendungsverfolgung verschickt. Hurra in 2 bis 3 Tagen hast du es!
Sternzeit 2. April: Das Päckchen ist noch nicht angekommen, die mütterliche Blasenentzündung noch nicht abgeklungen und so steige ich persönlich mit zweimal Blasenpulver in den Zug. Die örtliche Post daheim hat keine Ahnung und verweist mich auf Salzburg.
Sternzeit 3. April: Nachfrage bei der Poststelle Salzburg ergibt Unglauben - das Päckchen kreist zwischen zwei benachbarten Landkreisen in Bayern herum - immer hin und her. Der nette Herr von der Post-Außenstelle nimmt nochmals alle Daten auf - ok die Adresse war handgeschrieben, kann man ja mal vielleicht schlechter lesen...
Sternzeit 8. April: Wo soll es denn hin, das Paket? Die Frage ist ernst gemeint vom netten Herren bei der Salzburger Post-Außenstelle. Das Paket ist unzustellbar, die Adresse gibt es nicht. Ich werde ja noch wissen, wo meine Mutter wohnt, und bestehe auf Zustellung; gebe nochmal genau Daten, Inhalt und Kosten an - immerhin 60 Euro - und hoffe auf die nächste Runde.
Sternzeit 12. April: Gut, dass sie da sind, das Päckchen ist in Linz. Super, ich will es sowieso zurückhaben und nehme es dann einfach Ostern persönlich mit nach Bayern.
Sternzeit 29. April: …jetzt gehe ich nicht mehr persönlich hin, sondern rufe nur noch an…
Fall Sie oder ein Ihnen lieber Mensch aus Deutschland jetzt ein Brennen in der Blase verspüren sollten, es gibt da ein ganz tolles Pulver aus Cranberries in der Apotheke ... und falls Ihr Päckchen meines irgendwo treffen sollte in den unendlichen Weiten der Post - schöne Grüße von mir, ich warte.

Ute Hamm, 5020 Salzburg

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