Leserbrief

"Die Richtung stimmt nicht"

Die Ereignisse und Reaktionen in der SPÖ nach dem desaströsen Wahlergebnis lassen nichts Gutes hoffen. Die Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner wird permanent durch die "Unterstützung" der alten Faymann-Seilschaft in ihrer Position untergraben.

Nicht anders ist es zu erklären, dass mir kurz vor der Nationalratswahl an einem Wahlwerbestand der SPÖ, ausgerechnet an der U-Bahnstation Alterlaa, ehemals Bastion der Gruppe um Faymann, ein Folder in die Hand gedrückt wurde, auf dem ein Konterfei von Doris Bures prangte. Bures gehört zu der alten Faymann-Partie und hätte im aktuellen Wahlkampf nichts zu suchen gehabt. Außerdem wäre sie als Nationalratspräsidentin zur Überparteilichkeit verpflichtet!

Als Rendi-Wagner just ihren erfolglosen Wahlkampfmanager Christian Deutsch (kommt auch aus der SPÖ-Liesing) am Montag nach der Wahl zum Bundesgeschäftsführer der SPÖ kürte oder küren musste, war das wohl kein Zeichen des Aufbruchs für die angeschlagene Partei.

Dass Doris Bures zum Gespräch beim Bundespräsidenten als "Begleitung" der SPÖ-Vorsitzenden erschien, lässt erahnen, dass die Liesinger-Partie Pamela Rendi-Wagner unter Kuratel gestellt hat.

Offenbar sind es dieselben Kräfte, die Christian Kern so lange gemobbt haben, bis er von selbst den SPÖ-Vorsitz niedergelegt hat. Der alten Faymann-Seilschaft sei ins Stammbuch geschrieben: Die Bundes-SPÖ ist kein Spielplatz für gekränkte Eitelkeiten und Revanche. Am Wahlsonntag hat die SPÖ den Bezirk Liesing an die Türkisen verloren! Das ist keine Empfehlung und "die Richtung stimmt nicht".

Es gibt noch ganz andere Optionen außerhalb von Liesing, Stichwort:
Andreas Babler, Max Lercher, die Sektion 8 und, und, und.


Gottfried Pacik, 1230 Wien

Aufgerufen am 29.11.2021 um 04:24 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-richtung-stimmt-nicht-77145565

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