Leserbrief

Die Schrauben fester drehen?

Im Artikel "Die Schrauben fester drehen" (SN v. 24. 7.) wird Gesundheitsminister Mückstein eben mit diesen Worten zitiert. Diese Wortwahl ist bezeichnend. So drückt sie keine Sorge aus, vielmehr klingt sie "machtindiziert". Der de facto gegebene indirekte Impfzwang ist an sich schon unerträglich. Dieser lässt vor allem jüngeren Menschen keine andere Wahl, auch wenn sie sich in ihrer freien Entscheidung für die Impfung unwohl fühlen. Es ist dies mehr als bedenklich (wenn nicht gar verantwortungslos), gibt es doch angesichts der so genannten teleskopierten, - sprich verkürzten - Zulassungsverfahren für besagte, zudem auf neuer Technologie beruhenden Impfungen naturgemäß keine Langzeiterfahrungen. Selbst das steigende Infektionsgeschehen (Delta) kann nicht als Rechtfertigung dienen, sind doch dazu in Relation schwere Verläufe wesentlich seltener als in der "Hochphase" und eine Überforderung des Gesundheitssystems daher nicht in Sicht.

Der steigende Druck auf den Personenkreis, welcher sich nach persönlicher, sorgfältiger Abwägung (Impfkritiker sind nicht zwangsläufig undifferenziert gegenüber Impfungen) gegen eine Impfung entscheidet, ist zudem kontraproduktiv, verhärtet die Standpunkte und spaltet so letztlich die Gesellschaft. Das sollten die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker sehen und in ihren Aussagen und Maßnahmen mit bedenken.


Andreas Haunold, 5303 Thalgau

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