Leserbrief

Die Sprache des Krieges

In der Wirtschaft benutzen wir sehr gerne die Sprache des Kriegs. Da werden "neue Gebiete besetzt", die "Märkte werden erobert". Diese militärischen Ausdrücke sind ein klares Indiz dafür, dass wir uns ständig im Angriffsmodus befinden. Erst wenn es nicht mehr anders geht, besinnen wir uns auf das Wesentliche. Wir erkennen, dass wir nur gemeinsam, als Ganzes und mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfe überleben können. Diese Erkenntnis müssen wir uns auch nach Corona bewahren.

Erwin Thoma beschreibt in seinem Buch, "Strategien der Natur", wie die Bäume es machen. Jeder Baum ist nur darauf bedacht, das Überleben des ganzen Waldes zu sichern. Der Baum versorgt die Pilze mit Zucker und erhält dafür wertvolle Mineralien und Spurenelemente, die vom Pilzgeflecht aus dem Boden extrahiert werden.

Wenn wir Menschen überleben wollen, dann müssen wir uns von der Sprache des Kriegs verabschieden und das Gemeinsame in den Vordergrund stellen.


Wolfgang Allmann, 5204 Straßwalchen

Aufgerufen am 25.11.2020 um 06:17 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-sprache-des-krieges-86666566

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