Leserbrief

Die Stadt spart an der falschen Stelle

Die Stadt Salzburg begründet die schneckenhaft langsame Baudurchführung um die ehemalige Riedenburg-Kaserne damit, dass man sich Kosten ersparen würde. Mängel an Planung und Koordinierung bleiben unerwähnt.
Die derzeit stattfindenden Umwege und Staus verursachen für die Verkehrsteilnehmer jedoch Mehrkosten in beträchtlichem Umfang. Pro Tag fallen ungefähr 10.000 Mehrkilometer und über 700 Mehrstunden an, weitere Umfahrungen - etwa über Lehen oder Nonntal - nicht gerechnet. Wenn man 20% (bezahlten) Berufsverkehr ansetzt und die Privatzeit mit einem Drittel des Stundenlohns bemisst, entstehen nur mit Treibstoffkosten (also noch ohne Fahrzeug-Vorhaltekosten) der Allgemeinheit wochentäglich 18.000 Euro Kosten, pro Woche also (Wochentag x 6 =) 108.000 Euro. Von den zusätzlichen Schadstoffen abgesehen.
Die Stadt Salzburg spart sich durch kurze Wochenarbeitszeit gegenüber Überstunden und Wochenendarbeit sicher einiges. Nur: Mit 108.000 Euro Mehrkosten ließen sich normalarbeitszeitlich ständig zusätzlich 2200 Wochenstunden (ca. 55 Mann) finanzieren oder als Überstunden/Wochenendarbeit gingen sich 1400 Stunden aus. So viele Leute kann man gar nicht einsetzen.
Also wären irgendwelche entstehenden Magistrat-Mehrkosten immer noch viel günstiger als die jetzt den Firmen, Bürgern und Öffi-Betreibern aufgelasteten Umweg- und Stau-Kosten. Die Stadt Salzburg spart also an der falschen Stelle.

Volker Rothschädl, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 22.10.2020 um 05:52 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-stadt-spart-an-der-falschen-stelle-69316873

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