Leserbrief

Die Verteufelung des Autofahrens

Es ist nicht opportun, für das Automobil einzutreten. Wo immer sich eine Gelegenheit ergibt, gegen das Auto und seine Fahrer aufzutreten, da werden die größten Dreschflegel hervorgeholt und los geht's! Im letzten Jahr gab es mit 336 Toten um 336 Tote zu viel im Straßenverkehr. Aber es gab noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs so wenige. Doch in der braven Schweiz waren es noch weniger. Dort, wo seit 1955 Autorennen verboten sind, im einzigen Land der Welt, wo das auf Grund der Entscheidung eines Autohassers diktiert und dann in Stein gemeißelt wurde.

Der tödliche Unfall bei Eugendorf war das Ergebnis einer fatalen Fehlentscheidung eines Fahrers. Wer daraus den Schluss zieht, wir leben in einem Land von Rasern, der ignoriert die Tatsache, dass der Mensch ein fehlerhaftes Wesen ist. Die SN fallen in den Chor der Verteufler ein und titeln "Viel Lob für Paket gegen Raser". Natürlich wird in dem Artikel nichts gesagt über den letztendlich doch erfreulichen Rückgang der Verkehrstoten. Im Gegenteil! Manche fordern sogar noch höhere Strafen.

Was ich für absolut indiskutabel halte, ist die Tatsache, dass sich der Staat in Zukunft am persönlichen Eigentum seiner Bürger vergreifen kann. Nun, im Jahr 2021, ist es möglich, dem Besitzer eines Autos sein Fahrzeug wegzunehmen, wie das in Italien und der Schweiz schon längere Zeit geschieht. Einen Aufschrei der braven Untertanen habe ich dort nicht gehört. Die SN deuten sogar an, man solle vielleicht Haftstrafen aussprechen, weil man in Deutschland (wo es keine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung gibt, auch wenn sie de facto durch die vielen Limits doch existiert) "seit Jahren gute Abschreckwirkung erzielt", also bitte macht das auch bei uns.

Der Staat greift in unser Leben immer schamloser ein. Autofirmen, die weiter Benzin- und Dieselautos produzieren, werden mit hohen Strafen belegt, damit sie nur mehr E-Autos bauen, deren ökologischer Fußabdruck um vieles schlechter ist. Abgesehen vom umständlichen Tanken, dem ungelösten Problem der Batterien-Entsorgung und dem unvorstellbaren Strombedarf, der dann vermutlich durch Atomkraft, vielleicht aus Fukushima importiert, abgedeckt wird. Und nun werden also auch die Autos beschlagnahmt. Ich weiß, es ist nicht populär, für maßvolle Regeln im Straßenverkehr einzutreten, weil dort ja Rowdytum und Geschwindigkeitsterror herrschen. Wer das Auto verteidigt, sieht sich mit Häme und Spott übergossen.

Dr. Siegfried C. Strasser, 5071 Wals

Aufgerufen am 18.10.2021 um 04:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/die-verteufelung-des-autofahrens-100979938

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