Leserbrief

Diffamierung der Elementarpädagogik

Mit großer Erschütterung und Unglauben habe ich den Leserbrief von Frau Fechtig gelesen (SN vom 18. 5. 19: "Der wichtigste Beruf der Welt"). Sie schaffen es, ohne viel Federlesen vom Krabbelstubenbesuch der Kinder auf deren Zukunft in der Drogenabhängigkeit zu schließen. Das ist wahrlich eine bemerkenswerte und verachtenswerte Kunst, denn Sie diffamieren damit eine ganze Berufsgruppe, die sich mit viel Einsatz, Idealismus und Geduld um unsere Kleinsten kümmert. Als Mutter von zwei Kleinkindern und Leiterin einer Krabbelstube in Salzburg kann ich das nicht gelten lassen. Ich will den Eltern, die ihre Kinder mit gutem Gewissen zu uns in die Krabbelstube bringen, versichern, dass wir uns täglich mit viel Herzblut bemühen, den Kindern ohne Leistungsdruck jene Betreuung, Förderung und vor allem Zuneigung entgegenzubringen, die sie brauchen, um sich bestmöglich zu entwickeln. Wir sehen uns als Ergänzung zur Familie (nicht als Ersatz!) und als positive Erweiterung der sozialen Lebenswelt der Kinder. Dies ist ein Plädoyer für qualitätsvolle Bildung und Betreuung der Allerkleinsten. Es ist ein wunderbarer Beruf. Zum Glück müssen wir solchen verschrobenen Zusammenhängen wie Krippe = Verwahrlosung = Drogen nicht viel Bedeutung beimessen. Denn wir können auf die wichtigsten Kritiker unserer pädagogischen Arbeit zurückgreifen: unsere Kinder, die mit Freude, Neugier, Forscherdrang und großem Vertrauen täglich unseren Arbeitsalltag bereichern!

Tina Opfergeld, Leiterin Krabbelstube Kuschelkiste in Morzg, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.11.2020 um 12:36 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/diffamierung-der-elementarpaedagogik-70730611

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