Leserbrief

Doch noch eine Insel der Seligen

Für einen Leserbrief bin ich eigentlich schon zu alt. Trotzdem soll aber der berichtete Vorfall gewürdigt werden. Als ich meinen Pkw aus der Mönchsberggarage holen wollte (ungefähr 21.45 Uhr), bemerkte ich beim Kassenautomaten, dass ich mein Geld zu Hause vergessen hatte. Ich konnte daher das Parkticket nicht bezahlen und damit war mir die Ausfahrt aus der Garage nicht möglich. Eine schlimme Situation des Nachts.

Da kamen gerade Konzert-Gäste (Samstag, 2. Februar, Wiener Philharmoniker, Haus für Mozart) aus dem Festspielhaus in die Mönchsberggarage. Am Ausgang des Festspielhauses standen offenbar drei Mitarbeiter des Festspielhauses, zwei Damen (eine Dame in Security-Uniform), ein Herr. Darin sah ich meine einzige Chance. Das Trio konnte in mir nur einen alten hilfebedürftigen Herrn sehen. Keine Fragen, wer ich bin etc., sondern nach kurzer Schilderung meines Missgeschicks hat man mir kommentarlos fünf Euro gegeben! So konnte ich mit meinem Auto heimwärts fahren. Solange unsere Festspiele solche Mitarbeiter haben, braucht uns um die Zukunft nicht bange zu sein. Wir leben also doch noch auf einer Insel der Seligen.

Hofrat Med. Rat Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Erich Diemath, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 24.10.2020 um 02:48 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/doch-noch-eine-insel-der-seligen-65297215

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